Virgeln
Paul Fehm
ja zum Jammern / nieder mit dem Nein
was sonst macht uns menschlich
unterm Gestank der Sterne ¶
wohin wir flüchten / der Hase
Hoffnung ist schon da
Käfer kreuzen die Flut des Februars /
der Himmel hat sein Hemd gewaschen
und gebügelt / getaut sind Krusten
Dreck und Schlamm / es ist ein Feiertag ¶
die Menschen schwärmen aus
die Gesichter hungrig / die beste Miene
hinten aus dem Schrank gekramt / zerknittert
falten sich Bäume auf am Weg / ein roter Fleck
verglüht in blauer Hand ¶
auch Häuser verschwimmen dem Blick / Anker
für den aufbrechenden Himmel / das Gewürz
der Laubfeuer verbreitet sich /
über Stock und Stein
im Frühlingsregen rostet die Ruine
bildhübsch ins Pastell getupft
weiß und gelb und grün ¶
was aber hilft die Lobsudelei
den knirschenden
Gelenken der Spaziergänger /
im Neckarschlamm
noch meditieren die Magnolien / dick wie Buddhas
du willst ihren Bauch streicheln / wo die Meisen
tanzen hinter den Mauern im Nachbarsgarten ¶
der Tee ist gold / blau der Tag
vom Heiligenberg die Beine
baumeln lassen / schau wie hoch
die Vögel schaukeln im Aufwind ¶
das Herz nimmt Anlauf / springt
dann löschen die Häuser die Lampen
bis ins letzte Glied / auch die Glocke
Licht verhallt ¶
es spannt das Spiel der Sterne
Töne auf / wie Wäschestücke
an den schwarzen Leinen der Nacht
das Haus der alten Nachbarin
ist hell erleuchtet / Licht
in jedem Zimmer / allen Fluren ¶
alle Türen stehen offen
keiner soll sich stoßen oder fürchten
in der Dunkelheit / niemand der dort
je gegangen ist